* 21.06.1884 in Mengeringhausen
31.03.1933 in Bad Wildungen
Max Schwerin war der älteste Sohn der Eltern Jacob und Sophie Schwerin. Er besuchte das Realgymnasium in Arolsen, anschließend absolvierte er eine kaufmännliche Berufsausbildung.
1902 und 1909 wirkte er als Knappe beim Freischießen Mengeringhausen mit.
Als 1913 Vater Jacob verstarb, übernahm Max mit seinem Bruder Hermann das väterliche Geschäft. „Sie bauten es zum größten Getreide- und Futtermittelgeschäft Waldecks aus. Bei Schwerins war fast alles zu haben: Kunstdünger, Tierfutter, Mehl, Salz und Zucker, Kleesamen, Zement und Ziegel sowie Stoffe und Kleider, Betten, Aussteuerartikel, Öfen, Herde.“
1923 wurde Max in den Gemeinderat gewählt.
Er heiratete Erna (Friedel) Aronstein.
1931 feierte das Geschäft Schwerin 50-jähriges Betriebsjubiläum.
Da Max Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, richtete er 1932 ein Gesuch an den Bürgermeister, in dem er um den gesetzlich zustehenden Zuschuss der Gemeinde zum Religionsunterricht der jüdischen Kinder einfordert. Da das Gesuch negatv beschieden wird, spricht er am 23. Dezember persönlich im Rathaus vor und gibt seine Position zu Protokoll. Mitte Januar 1933 erhält er den schriftlichen Bescheid: die Gemeindevertretung hat sein Gesuch abgelehnt.
Max Schwerin starb im Krankenhaus in Bad Wildungen, bis dahin blieb er Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Mengeringhausen. Seine Frau Erna blieb zunächst Mitbesitzerin der Firma „Schwerin“.
Sie erhielt Ende März 1934 einen Reisepass von fünfjähriger Dauer für Reisen ins Ausland. Auch ihr Schwager Hermann und Erna Schwerin (vermutlich Ernestine) erhielten zu dieser Zei einen solchen Pass.
Vier Jahre später zog sie mit Hermann und dessen Familie nach Köln.
Quellen:
– Michael Winkelmann: „Auf einmal sind sie weggemacht“
– Synagoge Vöhl: Max Schwerin
– Synagoge Vöhl: Erna Schwerin
Lara Hellwig