Arolsen, Mandern, Massenhausen
Sara Katz, geb. Katz1
geb. 16.3.1869 in Mandern2
gest. 19.10. 1936 in Arolsen3
Eltern4:
Joel Katz (1835-?) und
Tetzchen, geb. Katz
Geschwister:
Bertha (1871-?)
David (1874-?)
Halbgeschwister aus der ersten Ehe des Vaters:
Zerte (1858-?)
Salomo (1860-?)
Moses (1862-?)
Amalie (1865-?)
Ehemann:
Viehhändler Willi Katz (?-1919) aus Massenhausen
Eheschließung: 1896
Kinder:
Margarete (1897-1966)
Frieda (1899-1933)
Theodor (1907-nach 1987)
Beruf:
Geschäftsinhaberin (1933)
Wohnung:
zuerst: Bahnhofstraße, im Haus des Friseurs Thamm
danach: Haus des Bäckers von der Emde
dann: Kaulbachstraße 1
nach 1919: Bahnhofstraße 5
später: Bahnhofstraße 18
1933: Bahnhofstraße 29
Zusammen mit ihrem Mann betrieb Sara Katz zunächst ein Viehgeschäft. Als das Geschäft
größer wurde, reichte das Haus in der Bahnhofstraße nicht mehr aus, und er zog zunächst in
das Haus des Bäckers von der Emde und anschließend in das Eckhaus Kaulbachstraße / Große
Allee.
Nach dem Tod ihres Mannes gab sie den Viehhandel aus und eröffnete ein Manufaktur- und
Modewarengeschäft unter dem Namen W.Katz Wwe in der Bahnhofstraße 5. Laut einem
Kassenzettel verkaufte sie Kurz-, Weiß- und Wollwaren; Berufskleidung; Leib-, Bett- und
Tischwäsche; Gardinen; Bettfedern, Inletts und Handarbeiten.
Einige Jahre später zog sie mit Tochter Frieda und Sohn Theodor in die Bahnhofstr. 18, wo
sie ein Schaufenster einbauten. Ein Werbeinserat erwähnte besonders preiswerte
Damenmäntel und Herrenlodenjoppen. Der Eigentümer des Hauses, ein Herr Köhler, kündigte
ihnen auf Druck der Nazis, woraufhin sie mit ihrem Laden ins Schönstädtische Haus in der
Bahnhofstraße 29 zog.
1Alle nicht anders bezeichneten Informationen aus: Winkelmann, Michael: „Auf einmal sind sie weggemacht”.
Lebensbilder Arolser Juden im 20. Jahrhundert, Kassel 1992, S.53ff.
2Quelle f. Geb.-datum und –ort sowie Berufsangabe: Winkelmann S. 152
3Winkelmann, S. 261
4Eltern, Geschwister und Halbgeschwister: Projekt Juden in Nordhessen, erstellt von Hans-Peter Klein und
Hans Pettelkau, veröffentlicht in: http://www.jinh.site50.net/index-gene.htm, Stand: Mai 2009
Arolsen, Mandern, Massenhausen
1933
Am 31. Okt. 1933 verlangte der Landrat vom Arolser Bürgermeister eine Liste der jüdischen
Bewohner der Stadt. Am 7. Nov. reichte der Bürgermeister die Liste mit 16 namentlich
bezeichneten Personen ein. Bezüglich der politischen Einstellung und Betätigung von Sara
Katz hieß es: „nicht bekannt“.5
1934
Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde berichtete dem Landrat des Kreises der Twiste auf
dessen Anforderung am 22. Februar, dass Sara Katz’ Familie eine von drei Arolser jüdischen
Familien sei. Ihr Geschäft habe nur geringen Umsatz. Zwei erwachsene Töchter und ein
erwachsener Sohn seien in dem Geschäft tätig; der Sohn arbeite ausschließlich im
Hausierhandel. Das Geschäft werde – wie andere jüdische Geschäfte auch – vom Publikum
gemieden, doch reiche es noch zu einem bescheidenen Leben. Kein Arolser Jude sei politisch
in Erscheinung getreten .6
1935
Im Dezember schickte der Bürgermeister dem Landrat eine Liste mit den noch in Arolsen
lebenden Juden. Sara Katz ist dort als eine von 13 Juden genannt.7
1936
Am 19. Oktober starb sie. Ihr Sohn Theodor berichtete später, dass zunächst der Totenwagen
nicht fahren sollte. Es muss wohl einige Anstrengung gekostet haben, die Beerdigung
ordnungsgemäß durchzuführen.8
Willi Katz
geb. 25.6.1861 in Massenhausen
gest. 18.4.1919 in Arolsen
Ehefrau:
Sara Katz, geb. Katz (?-1936)
Eheschließung: 1896
Kinder:
Margarete (1897-?)
Frieda (1899-?)
Theodor (1907-?)
Wohnung:
Zuerst: Bahnhofstraße, im Haus des Friseurs Thamm
Danach: Haus des Bäckers von der Emde
Dann: Kaulbachstraße 1
Zusammen mit seiner Frau betrieb Willi Katz zunächst ein Viehgeschäft. Als das Geschäft
größer wurde, reichte das Haus in der Bahnhofstraße nicht mehr aus, und er zog zunächst in
das Haus des Bäckers von der Emde und anschließend in das Eckhaus Kaulbachstraße / Große
Allee.