Kaulbachstraße 22 – Synagoge

Mit dem Zuzug der Familie Koppel Schönstädt aus Landau und der Familie Ruben Löwenstein aus Rhoden ändert sich die Situation in der jüdischen Gemeinde in Mengeringhausen. Die Arolser Juden stellen wieder die Mehrheit in der Gemeinde und beantragen im April 1872 die Verlegung des Synagogensitzes in ihre Stadt, wogegen die Mengeringhäuser Juden zunächst protestieren.

Die Arolser Juden sind aber entschlossen, wieder eine eigene jüdische Gemeinde in ihrer Stadt zu bilden und sich von der Mengeringhäuser Gemeinde zu lösen. Koppel Schönstädt, Ruben Löwenstein und Bernhard J. Baer beauftragen den Rechtsanwalt Levie ihre Interessen vor der Regierung zu vertreten und mit der Erstellung eigener Gemeindestatuten.

Zum 1.4.1874 wird die Trennung der Gemeinden Mengeringhausen und Arolsen vollzogen, es existiert wieder eine jüdische Gemeinde in Arolsen. Die Statuten der „Israelischen Gemeinde Arolsen“ werden am 11. Dezember verabschiedet.

Die Synagoge wird in der Kaulbachstraße 22 eingerichtet. Dort sind ein Schulraum, eine Lehrerwohnung und wahrscheinlich ein rituelles Bad zu finden. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entwickelt sich die Gemeinde so gut, dass man um die Jahrhundertwende mit der Synagoge in das Haus in der Mannelstraße 3 zieht.

Quellen:
Michael Winkelmann, Auf einmal sind sie weggemacht, Kassel 1992
https://www.alemannia-judaica.de/bad_arolsen_synagoge.htm (12.1.2026)
https://www.lagis-hessen.de/downloads/statl/1.pdf (12.1.2026)

Kornelia Brinkmann und Sarah Reimann