*01.10.1940
†01.10.1940 oder 04.03.1941
Clara Schürmann, war eine der ersten Holocaust Opfer aus Bad Arolsen.
Sie wurde vermutlich am 01.10.1940 im Rahmen des Eutanasieprogramms bzw. der T4 Aktionen
vergast.
Aber was wissen wir über Clara Schürmann und welche Spuren gibt es in Arolsen?
Sie war eigentlich eine geborene Katz und kam ursprünglich aus Helsen. Hier wurde sie am
01.05.1861 geboren und verbrachte mit ihren Geschwistern und ihren Eltern Michael und Rica Katz
ihre Kindheit.
Sie heiratet 1901 Levi Schürmann, der ein paar Jahre später (Spätestens 1915) leider verstarb. Das
Paar zog in die Prof-Bier-Straße 75.
Hier in Helsen betrieb sie einen Kleinhandel in Manufakturwaren.
Nach dem Tod ihres Mannes zog sie 1915 zusammen mit ihrem Bruder Max Katz in ein Haus der
Familie, in der Fürstenallee 13 (Landauerstraße 2). Der Bruder verzog allerdings bald danach schon
nach Köln und heiratete dort, leider verliert sich da aber auch seine Spur.
(Bld vom alten Haus)
Ihren Kleinhandel betrieb sie auch nach ihrem Umzug bis 1925 weiter. Allerdings hörte sie 1920
kurz auf zu arbeiten und nahm den Betrieb 1923 wieder auf.
Besonders interessant zu Clara Schürmann sind ihre verschiedensten Anträge zur Rentenfürsorge.
Diese wurde ihr vermutlich auf Grund von Antisemitismus irgendwann leider gestrichen, dass
können sie aber sehr gut aus den Originaldokumenten selber entnehmen (Dokumente anhängen)
Zu ihrer Person kann man sagen, dass die Menschen in Arolsen sie eher als zurückgezogene Person
wahrgenommen haben, welche aufgrund schlechter Sehkraft oft hilfe von den Nachbarskindern
beanspruchte, diese aber sehr gut belohnte und sich allgemein höflich und freundlich verhielt.
Vermutlich ebenfalls antisemitisch begründet musste Clara das Haus in der Fürstenallee 13
(Landauerstraße 2) zwangsweise 1939 verlassen und verkaufen. Jetzt lebte sie zusammen mit Frieda
Alsberg in der Kaulbachstraße 12. Das Haus ist noch erhalten und die Station von unserm
Stadtrundgang an der sie sich gerade befinden.
Kurze Zeit später verschwand Clara spurlos wir können nicht mit Sicherheit zurückführen wie ihr
letztendlicher Weg war. Was jedoch sehr wahrscheinlich ist, ist dass sie sich erstmal zusammen mit
anderen älteren jüdischen Damen im Haus Waldfrieden in Neu Berich befand. Dafür kann man
vermutlich Pfarrer Preising verantwortlich machen, welcher sie allerdings anders als es in manchen
Quellen heißt dort nicht in Sicherheit gebracht hat. Clara Schürmann war nämlich bis auf ihre
leichte Sehschwäche weder körperlich noch geistig behindert.
Trotzdem deportierten die Nazis sie im Rahmen der T4 Aktion 1940 in die Tötungsanstalt
Brandenburg Havel, in welcher sie vermutlich am 01.10.1940 ermordet wurde.
Allerdings ist das nicht die einzige Information über ihren Tod. Für Tod erklärt wurde sie nämlich
erst am 04.03.1941 im KZ Cholm (Chelm), Lublin, Polen.
Welche dieser Angaben jetzt korrekt ist, ist unbekannt, aber wir können mit Sicherheit sagen, dass
sie ein Opfer des Holocausts war.