* 15. Februar 1905 in Osnabrück
† verschollen im KZ Stutthof
Bertel Stern wurde 1905 in Osnabrück geboren.
Bertel, auch Bertha Julie genannt, heiratete 1927 Max Katz aus Arolsen. Sie verzog nach Arolsen und lebte dort mit Max, Schwager Meinhard und Schwiegermutter Ida in der Pferdehandlung.
1931 übernahm Max offiziell die Pferdehandlung seines 1925 verstorbenen Vaters Jakob Katz.
Bei einer Auflistung der jüdischen Bewohner Arolser wurde Bertel 1933 als eine der 16 namentlich erwähnten Personen aufgeführt. Zu ihrer politischen Einstellung wird „nicht bekannt“ vermerkt. Als ihr Beruf wurde „Ehefrau“ angegeben. Zwei Jahre später wurde sie als eine der 13 verbleibenden jüdischen Arolser aufgeführt.
Nachdem 1938 die Pferdehandlung zwangsverkauft wurde, verzogen Max und sie zu Bertels Mutter Ida Stern nach Osnabrück. Von dort aus wurden sie am 11. und 12. Dezember 1941 angeordnet, sich auf den öffentlichen Marktplätzen einzufinden. Die dort versammelten Juden wurden mit Omnibussen zur Turnhalle der Pottgrabenschule in Osnabrück gefahren. Am Morgen des 13. Dezembers stiegen sie dann in Personenwagen der 3. Klasse eines Zugs nach Bielefeld. Dort stiegen versammelte Juden der Umgebung zu.
Insgesamt wurden mit diesem Zug 1031 Juden, darunter 74 Kinder bis zum 10. Lebensjahr nach Riga deportiert. Am 16. Dezember 1941 traf der Zug im Konzentrationslager ein.
Nur 102 Personen überlebten diese Deportation.
Am 1. Oktober 1944 wurde Bertel durch die Sicherheitspolizei Riga in das KZ Stutthof gebracht. Ihre Häftlingsnummer war 94517. Ihre Kategorie: Schutzhaft, politisc, Jüdin.
Seit ihrer Ankunft gilt sie als verschollen.
Quellen:
– Synagoge Vöhl: Bertel (Bertha Julie) Katz geb. Stern
– Michael Winkelmann: „Auf einmal sind sie weggemacht“
Lara Hellwig